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Leserunde „Little Brother“ Kapitel 5-10

Herzlich Willkommen zum zweiten Abschnitt unserer Leserunde zu „Little Brother“ von Cory Doctorow!

Letzte Woche sind wir mit den Kapitel 1-4 bei Lena in den ersten Abschnitt gesprungen. Dort findet ihr auch die Diskussion zu diesem Abschnitt und allgemeine Informationen zur Leserunde.

Ihr könnt gerne jederzeit in die Runde einsteigen! Das Buch bekommt ihr kostenlos als eBook auf Deutsch und Englisch. Es gibt sogar ein Hörbuch. Wer auf Print steht kann das Buch auch in dem Buchhandel seiner Wahl kaufen.

Wir sind mitten in die Geschichte gesprungen, haben einen guten Einblick in das technische Wissen von Markus erhalten und mussten mit ansehen, wie er nicht ganz fair behandelt wird. Markus wäre ja nicht Markus, wenn er darauf nicht mit einigen technischen Spielereien reagieren würde.


Haltet ihr Markus für paranoid oder könnt ihr seine Handlungen nachvollziehen? Wie lebt ihr euer Recht auf Privatsphäre aus?


 

||||| Like It 0 Yay! |||||

15 thoughts on “Leserunde „Little Brother“ Kapitel 5-10”

  1. Hey Elli,

    Für paranoid halte ich Marcus absolut nicht, aber ich denke, er ist zu extrem in seinen Handlungen. Er stellt ja auch schon selber fest und fragt sich, was seine Aktionen jetzt besser macht als die von Terroristen. Er kämpft für die richtige Sache, aber sind das wirklich die richtigen Mittel? Auf der anderen Seite werden viele das möglicherweise einfach so hinnehmen, so wie Marcus Vater es tut, solange sie selber von den Maßnahmen nicht betroffen sind und sich somit durch die größere Überwachung sogar sicherer fühlen. Privatsphäre und Datenschutz sind echt ein schwieriges Thema. Wie viel möchte man von sich preis geben? Wann sind die Grenzen überschritten? Oftmals geben wir ja auch eher leichtfertig unsere Daten raus. Unsere Einkäufe, die wir mit Karte bezahlen, die Kundenkarten, die es mittlerweile für fast jedes Geschäft gibt, die Daten, die wir Google übermitteln, alleine dadurch, dass wir ein Android Smartphone haben (das gleiche gilt natürlich auch für Apple), facebook, etc. So wirklich meine Privatsphäre schützen, tu ich glaub ich gar nicht. Ich poste bei facebook nicht so viele Bilder und in letzter Zeit bin ich auch wieder mehr dazu übergegangen in bar zu bezahlen, aber sonst… Man muss auf jeden Fall auch Kompromisse eingehen, weil man sonst an der modernen Welt überhaupt nicht teilnehmen kann.

    LG, Moni

    1. Hi Moni,
      ich finde es gut, dass er sein Verhalten reflektiert, aber er kann einfach nicht still sitzen und muss sich irgendwie wehren. Er probiert ja auch verschiedene Wege aus und lernt aus seinen Handlungen.
      Wenige schützen wirklich ihre Daten, lesen sich AGBs durch usw. Es gibt ja auch noch „Bedrohungen“ dieser Art, die im realen Leben statt finden, denn manchmal sollte man auch darauf achten, was man welchen Leuten so von sich wissen lässt.
      Liebe Grüße,
      Elli

    2. Guten Morgen! 🙂
      Ich gebe dir recht, zu einem Großteil müssen wir unsere Privatsphäre aufgeben, um am modernen Leben teilnehmen zu können. Und genau das sollte eigentlich Anlass für die Regierung sein, ein paar Gesetze und Regelungen zu überdenken. Unser Grundrecht auf Privatsphäre passt mit der modernen Welt nicht mehr zusammen und da muss eine Lösung her. Natürlich wird es niemals funktionieren, dass 0 Daten von uns preisgegeben werden (Stichwort Kundenkarten, Bankkarten etc), aber es gäbe sicherlich Lösungen, um die Privatsphäre der Bürger besser zu schützen als es jetzt der Fall ist.

      Abgesehen davon sollte der Bürger aber auch selbst was tun. Ihm sollte seine eigene Privatsphäre wichtig sein und bereitwillig überall Fotos von sich posten. Oder von seinen Kindern (da könnt ich ja schreien!). Bzw man sollte sich zumindest bewusst sein, welche Risiken man damit eingeht, anstatt das immer mit einem „Ja ja, übertreib mal nicht. Was soll den schon passieren?“ abzutun.

      Was Marcus angeht: ich finde nicht, dass er paranoid ist. Im Gegenteil, ich finde seine Sorgen berechtigt, auch, wenn ich seine Wege nicht durchgehend befürworte. Ich verstehe aber, dass es einen Weg brauchte, der Aufmerksam macht und zuhören lässt. Und das ohne Waffen und Gewalt.

      Liebe Grüße
      Maike

      1. Hi Maike,
        ich finde es halt erschreckend, was manche Leute so im Internet von sich preisgeben ohne mit der Wimper zu zucken. Manche Leute verdienen zwar so ihr Geld (z.B. YouTuber), aber alle anderen sollten doch wenigstens einmal über den Tellerrand hinaus schauen und überlegen, was man mit den Informationen über sie alles anstellen könnte. Ich finde es auch fraglich, wenn Eltern so viele Bilder von ihren Kindern online stellen, das kann dann auch mal so enden.
        Liebe Grüße,
        Elli

      2. Da hast du recht, viele posten echt ihre halbe Lebensgeschichte bei facebook. Ich stelle zwar Bilder von mir dort ein, aber nur sehr selten. Demnächst werde ich auch wieder der Spielverderber sein, weil ich nicht mehr mit aufs Gruppenfoto will, da eines davon immer auf facebook gepostet wird. Mal ist das ok, aber es muss nicht jeder jedes Mal von mir wissen, wann ich mit Freunden weggehe. Ich werde schon immer komisch angeguckt, weil ich die Chroniküberprüfung anhabe und man mich nicht einfach so verlinken kann.
        Kinderfotos bei facebook finde ich auch nicht gut, aber wenn es mal zu einem bestimmten Anlass ist, ist das für mich durchaus auch ok. Von einem kompletten Verbot halte ich auch nicht so viel, aber man sollte auf jeden Fall vorher nachdenken, was für Bilder man postet. Ich kenne sogar Personen, die verschicken auch per whatsapp oder email keine Bilder von ihren Kindern. Falls Bilder gezeigt werden, findet das ausschließlich im privaten Rahmen von Angesicht zu Angesicht statt. Mir ist das persönlich zu viel, aber das muss jeder für sich selber entscheiden und natürlich haben die Eltern auch recht, dass Bilder, die über whatsapp oder email geschickt werden, auch im Internet sind.

        LG, Moni

        1. Gerade was Kinderfotos angeht finde ich, dass man nicht zurückhaltend genug sein kann. Das Internet vergisst nichts und ich als Mutter bin nicht nur verantwortlich dafür, mein Kind zu schützen, sondern auch seine Interessen und sein Recht auf Privatsphäre zu wahren. Du möchtest doch auch nicht, dass jemand eindach so Bilder von dir postet. 😉

          Liebe Grüße
          Maike

  2. Also nachdem, was Markus erlebt hat, halte ich ihn nicht für paranoid. Ich kann schon gut nachvollziehen, dass er nun umso mehr seine Privatsphäre schützen möchte. Das Schützen seiner eigenen Privatsphäre ist jedoch das Eine. Fragwürdig empfinde ich seine Methoden, wie er gegen die Regierungen vorgeht. Wobei ich keinesfalls alles gutheiße, was die Regierung hier veranstaltet.

    Das Buch bringt mich auf jeden Fall schon mal etwas mehr zum Nachdenken. Ich schütze meine Privatsphäre beim Surfen im Netz z. B. nicht explizit. Überlege mir aber immer häufiger, welche Gefällt-mir-Angaben ich bspw. auf Facebook mache. Möchte man sich aus der Erfassung der Daten in den sozialen Medien schützen, sollte man diese aber wohl eher überhaupt nicht benutzen, befürchte ich.
    Das Buch vermittelt wirklich interessante Denkanstöße. Manches nutzt man ja aus Bequemlichkeit, ohne großartig darüber nachzudenken. Am Ende kann man wohl nur versuchen, die Datenerfassung so gering wie möglich zu halten. Ganz entkommen kann man dieser nicht.

    1. Jeder muss ja im Endeffekt sein eigenes Maß an Privatsphäre & Sicherheit finden, mit dem er glücklich ist. Ganz entkommen kann man dem auf gar keinen Fall, falls man nicht radikal auf alles verzichten möchte aber ich freue mich auf jeden Fall, dass wir hier so fleißig diskutieren. 🙂 Allein das trägt ja schon dazu bei, dass man sich überhaupt mal Gedanken um das Thema macht.

    2. Gut finde ich auch nicht alles, was Marcus macht, aber was wären seine Alternativen? Er muss ja irgendwas tun, was die Regierung zum Zuhören und Handeln zwingt. Wir wissen ja selbst, dass die „da oben“ uns gerne ignorieren und „labern“ lassen.

      Liebe Grüße
      Maike

  3. Meiner Meinung nach kann man aktuell eigentlich daran arbeiten, diese Dinge mehr ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Auch in Schulen anzusetzen beispielsweise, denn mir kommt vor, viel zu wenige Menschen interessieren sich überhaupt dafür, was mit unseren Daten geschieht. Wenn ich hier bei dir einen Kommentar schreibe, weiß ich, dass WordPress einige Daten im Hintergrund speichert – aber wissen das andere? Daher schwingt bei mir mittlerweile bei jedem Text, jeder Meldung, was auch immer auf einem digitalen Gerät tue, der Gedanke mit, ob ich das so wirklich für immer ins Netz stellen will. Der Spruch „Das Netz vergisst nicht“ kann einen schon paranoid werden lassen, keine Frage, aber die Gedankenlosigkeit, mit der manche Menschen posten, kann einem wirklich die Haare zu Berg stehen lassen …

  4. Hoppla, jetzt hab ich zu schnell auf Senden geklickt. Wollte eigentlich noch auf die Frage antworten, dass ich nicht finde, dass Markus überreagiert. Eher realistisch, wenn man weiß, was heutzutage alles aufgezeichnet wird. Einem normalen Menschen wird es wahrscheinlich allerdings befremdlich vorkommen …

    Liebe Grüße
    Ascari

    1. „Einmal im Internet, immer im Internet“. Da hat man gar keine Kontrolle drüber. Deswegen ist es wichtig, Bewusstsein dafür zu schaffen und nicht immer gleich auf „Posten“ zu drücken. Ich bin schon sehr gespannt, wie du die nächsten Abschnitte finden wirst 🙂

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