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„Der Koffer“ von Robin Roe

Schon seit einiger Zeit wollte ich ein Buch aus dem Königskinder Verlag lesen, da ich sehr viel Gutes über die Bücher gehört habe. Als Tati dann mit dieser Geschichte durch war hat sie mir das Buch sofort aufgezwungen. Ich bin sehr froh, dass sie das getan hat, denn das Buch konnte mich auf grausame Weise begeistern.

Inhalt

Seit dem Unfall bei dem Julians Eltern umgekommen sind lebt er bei seinem Onkel. Was ihm aus seinem alten Leben noch geblieben ist, ist ein Koffer voller Erinnerungen an seine Familie und Geheimnisse, die er mit niemandem teilt. Als Julian seinen Pflegebruder Adam in der Schule wieder trifft, verliert sein Leben an Ordnung und die Freundschaft bedeutet für beide Gefahr.

Gedanken

Nach den ersten paar Kapiteln dieses Buch war ich sehr überrascht, denn vom Titel und Cover habe ich eine ganz andere Geschichte erwartet. Die Thematik und die Gefühle, die ab der ersten Seite rüber kommen, haben mich wirklich umgeworfen.

Die Geschichte wird mal aus Adams und mal aus Julians Sicht beschrieben. Der Schreibstil ist dabei ziemlich jugendlich, fast kindlich. Das passt auf der einen Seite gut zu Julian, der auch ein paar Jahre jünger ist als sein Pflegebruder, war für Adam auf der anderen Seite aber ein wenig zu jugendlich. Auch die Zeitsprünge der Geschichte waren mir manchmal nicht ganz klar und haben mich leicht aus dem Lesefluss gerissen.

An diesem Erinnerungsstrang hängen weitere Unfälle. In der zweiten Klasse hatte ich einen Unfall in der Schule, und Mom musste mir eine trockene Hose bringen. Einmal habe ich aus Versehen rote Farbe über die Couch geschüttet, und auch das nannten Mom und Dad einen Unfall. Dann kam die Sozialarbeiterin und sagte, meine Eltern hätten einen Unfall gehabt. Es war keine Absicht, es war ein Unfall. (S. 282)

Julian befindet sich in seiner Entwicklung eigentlich irgendwo zwischen Kind und Jugendlichem. Doch man merkt deutlich, und das unterstützt der Schreibstil auch wieder fantastisch, dass er seine Kindheit noch nicht loslassen kann. Seine Gefühle, und auch Adams, sind fantastisch dargestellt und man kann beide sehr gut nachvollziehen.

Auch wenn die Nebencharaktere, hauptsächlich die Schulfreunde von Adam, am Anfang doch sehr viele sind, bekommen die meisten davon im Laufe der Geschichte ihr eigenes Gesicht und sind nicht mehr wegzudenken. Sowohl die Erzählstränge der Hauptgeschichte als auch die kleinen Dramen, die nebenbei noch so passieren, laufen am Ende des Buches perfekt zusammen und haben mich wunschlos glücklich zurück gelassen.

Sie redet weiter, macht sich selbst nieder, bemitleidet ihren Stiefbruder und rechtfertigt, was er getan hat. Als hätte er das Recht, ihr wehzutun. Aber das hat er nicht. (S. 366)

Wie bereits erwähnt, hatte ich eine ganz andere Geschichte erwartet. In vielen Jugendbüchern sind die „kleinen“ Dramen eines Teenies die Hauptgeschichte, hier werden sie nur am Rande erwähnt da eine ganz andere Thematik die Hauptrolle spielt. Diese Thematik ist wirklich nicht ganz einfach und lässt einen mit vielen Gedanken und Gefühlen zurück. Wenn die letzte Seite gelesen ist und man das Buch nochmal Revue passieren lässt, werden einem so einige Dinge klar.

Fazit

Der Koffer konnte mich wirklich begeistern, auch wenn die Thematik ziemlich schwierig ist. Ich könnte noch über ein paar Aspekte des Buches reden, die würden aber leider zu sehr spoilern. Ein Buch, welches so viel mehr bietet, als der Titel und das Cover versprichen. Mein einziges Buch aus dem Königskinder Verlag wird es nicht lange bleiben, denn ich habe mir nach dem Lesen direkt das nächste bestellt.

Liebste Grüße,
Elli

Wo bewahrt ihr Erinnerungen aus eurer Kindheit auf?

Weitere Meinungen zu „Der Koffer“
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7 thoughts on “„Der Koffer“ von Robin Roe”

  1. Hallo Elli,
    Danke für die schöne Rezension, die noch mehr Lust auf das Buch macht. Ich habe es bei einem Gewinnspiel gewonnen, warte aber noch darauf, dass es kommt. Dann wird es sofort gelesen.
    Hab noch ein schönes Wochenende
    LG
    Yvonne

    1. Hi Yvonne,
      danke für die lieben Worte. Das ist ja cool, dann wünsche ich dir ganz viel Spaß mit deinem Gewinn! Die Geschichte ist wirklich toll.
      Liebe Grüße,
      Elli

  2. Liebste Elli,

    ich freue mich so wahnsinnig, dass dich das Buch auch begeistern konnte! Ich hatte schon ein wenig Angst, dass es dir nicht so gefällt wie mir. Zum Glück ja unbegründet. Ich bin schon gespannt, welche Königskinder demnächst noch so zwischen uns hin und her wandern. 😉

    Liebste Grüße,
    Tati

    1. Hi Tati,
      ich freue mich auch total! Danke nochmal, dass du mir das Buch aufgedrückt hast. Bei mir zieht ja bald „Salz für die See“ ein, vielleicht hast du dann ja doch noch Lust es zu lesen. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es mir gefällt.
      Liebste Grüße,
      Elli

  3. Liebe Elli,
    Das Buch hat zwar vorher schon meine Aufmerksamkeit geweckt, aber deine Rezension ist auf jeden Fall ausschlaggebend dafür, dass ich es mir unbedingt kaufen muss!
    Ich finde, dass Du mit deinen Worten schon eine „dunkle Stimmung“ hervorrufst und für schwere Themen bin ich immer gern zu haben 😉
    Vielen Dank für deine tolle Rezension!

    Liebste Grüße ❤ Jill

    1. Hi Jill,
      Dankeschön für deine lieben Worte!
      Das Thema ist wirklich nicht ganz einfach, aber perfekt umgesetzt. Freut mich, dass ich dir Lust auf das Buch machen konnte. Ich hoffe es wird dir gefallen.
      Liebste Grüße,
      Elli

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