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„Murder Park“ von Jonas Winner

Letzte Woche habe ich den Trailer zu Murder Park auf Twitter gesehen. Das hat mich als Freizeitpark Fan dann verleitet mich im Bloggerportal von Randomhouse anzumelden und mit diesem Thriller mein erstes Rezensionsexemplar anzufragen. Die Zusage und der Versand erfolgte super schnell – an dieser Stelle vielen Dank an das Bloggerportal!

Inhalt

In den 90er Jahren musste der Freizeitpark auf Zodiac Island wegen drei Morden geschlossen werden. 20 Jahre später wurde die Insel gekauft um mit dem Projekt „Murder Park“ einen Freizeitpark der anderen Art ins Leben zu rufen. Vor der Eröffnung sind 12 ausgewählte Leute auf die Insel eingeladen um darüber zu berichten – bis der erste Tote gefunden wird und der Park seine dunkle Seite zeigt.

Gedanken

Relativ schnell wird man am Anfang der Geschichte in den Freizeitpark und seine Atmosphäre geworfen, auch wenn diese durch den „Murder Park“ natürlich einen gruseligen Beigeschmack hat. Man begleitet den Protagonisten Paul Greenblatt der als Journalist über das neue Konzept von Zodiac Island berichten soll. Schnell wird ihm klar, dass sich auf der Insel noch etwas ganz anderes abspielt als nur ein Wochenende voller Nervenkitzel.

In diesem Buch wird eine besondere Atmosphäre vermittelt, wie es sonst wenige Thriller schaffen. So schnell und so eingehend der Schauplatz und die Atmosphäre auch beschrieben wurden, so schnell verschwanden sie auch wieder. Mit der Insel und dem Freizeitpark ist eine einzigartige Kulisse gegeben, die meiner Meinung nach leider wenig genutzt wurde. Im Verlauf des Buches geht es natürlich immer mehr um die Vorfälle die passieren, da kam die reine Freizeitpark Stimmung leider zu kurz. Hätte man die verschiedenen Orte der Insel noch mehr mit einbezogen, hätte das der Atmosphäre sicherlich geholfen.

Es hat angefangen, hörte er eine Stimme in sich flüstern. Jemand hat angefangen, Jagd auf uns zu machen. (S. 143)

Die Kapitel werden immer wieder abgelöst von transkribierten Video-Interviews die der Psychiater der Gruppe mit jedem der Besucher durchführen sollte. In diesen Interviews erfährt man eine ganze Menge über den Hintergrund der Charaktere. Diese Sequenzen fand ich ziemlich gelungen. Auf der Insel kommt relativ schnell eine gesunde Skepsis auf und keiner traut dem Sitznachbarn mehr über den Weg. Durch die Interviews hat man trotzdem etwas über die Charaktere erfahren, auch wenn sie auf der Insel nichts mehr von sich Preis geben wollten.

Trotz dieser Charaktervorstellungen hatten die Charaktere leider wenig Persönlichkeit. Nur wenige Personen haben zugelassen, dass man sich ein ausführliches Bild von ihnen macht. Das führte auch dazu, dass man die Emotionen schlecht nachvollziehen konnte. Beim Auffinden einer Leiche zeigen die Charaktere kaum Regung und ich habe die ganze Zeit drauf gewartet, dass mal jemand anfängt zu weinen oder herum zuschreien vor Trauer und Wut.

Als würden sie zum ersten Mal begreifen, was die Insel wirklich war. Ein Gericht. Ein Gericht, das sie verurteilt hatte. Und der Richter saß unter ihnen. Der Richter und zugleich der Henker. Aber sie wussten nicht, wer von ihnen es war. (S. 329)

Was mich auch verwirrt hat waren die Logikfehler, die manchmal aufgetaucht sind. Auf einmal ist die Zimmerbelegung ganz anders als noch ein paar Kapitel davor, mal wird ein und die selbe Leiche an zwei Orten gefunden. Vielleicht habe ich da beim Lesen auch irgendwas durcheinander gebracht, aber auch beim Nachlesen hat sich die Verwirrung nicht gelöst.

Die Spannung ist und bleibt von Anfang an sehr hoch, selbst als Leser kann man niemandem vertrauen und befürchtet hinter jeder Seite die nächste Leiche. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, den Plot durchschaut zu haben. Das Gefühl hielt sich auch eine Weile, bis meine Vorahnung am Ende ziemlich überraschend und abgedreht über den Haufen geworfen wurde.

Fazit

Ich habe mich ziemlich auf Murder Park gefreut da ich einen düsteren Freizeitpark Thriller erwartet habe. Leider gab es einige Punkte, wie die Stimmung und die Charaktere, die mich beim Lesen immer wieder gestört haben. Die konstant hohe Spannung hilft aber über diese Punkte hinweg, zudem hatte das Buch doch noch einige Tricks auf Lager. Macht euch selbst ein Bild davon – Viel Spaß im „Murder Park“!

Liebste Grüße,
Elli

Fahrt ihr gerne in Freizeitparks?

Weitere Meinungen zu „Murder Park“
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4 thoughts on “„Murder Park“ von Jonas Winner”

  1. Vielen Dank für den Link 🙂

    Mir ist auch der eine oder andere Logikfehler begegnet, aber da ich den Spannungsfaktor extrem hoch fand, konnte ich damit leben. Aber vielleicht meide ich Freizeitparks in naher Zukunft 🙂

    LG

    Tina

    1. Hi Tina,
      gern geschehen. Oh gut, dann lag das nicht an mir. Ich fands auch nicht so schlimm, nur extrem verwirrend, aber vielleicht gehört das auch zum Stil?
      Ich fahre nächste Woche wieder in einen, ich freue mich schon!
      Liebe Grüße,
      Elli

  2. Hallo Elli,

    Ich hab Murder Park jetzt auch in der letzten Woche gelesen weil mich deine Rezension angesprochen hat und ich eigentlich auch gern in den Freizeitpark gehe.
    Leider hat bei mir die Aufregung bereits nachgelassen, als dann von den Park-Leuten gesagt wurde, was sie mit dem Park wirklich vorhaben. Das fand ich nämlich total daneben und hat mir die Idee hinter dem Buch ziemlich mies gemacht. Die Auflösung fand ich dann ebenfalls ziemlich… naja. Man kann dem Buch schwer vorwerfen, dass es nicht spannend gewesen wäre, aber ich bin leider einfach mit ganz anderen Erwartungen daran gegangen.

    Liebe Grüße
    Chrissi

    1. Hi Chrissi,
      ja, mir gings teilweise auch so. Die Idee, was sie mit dem Park wirklich vor haben, fand ich ein wenig übertrieben. Ich weiß genau was du meinst. Es war echt spannend aber ein paar Punkte waren halt da, die es nicht perfekt gemacht haben.
      Grüße,
      Elli

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